Kubanischer Rum

Rum gilt als das alkoholische Nationalgetränk Kubas. Während Bier und Wein für kubanische Verhältnisse wirklich teuer sind, gibt es billige Rumsorten schon für wenige Cent. Jedem Kubaner steht pro Monat außerdem ein Liter Rum zu subventionierten Preisen zu. Dieser wird über die "Libreta" verwaltet - einem kleinen Buch, mit dem der Bezug von sogenannten "Grundnahrungsmitteln" geregelt wird. Auch wenn man die kubanische Planwirtschaft als Mangelwirtschaft bezeichnen kann - Rum und Tabak sind immer und überall verfügbar.

Entstehung des Rums

Als mit Kolumbus die Zuckerrohrpflanze ihren Weg nach Kuba fand, wurden dieser dank der Beschaffenheit des Bodens und des tropischen Klimas ideale Anbaubedingungen geboten. Die neuen Kolonialherren versklavten die Ureinwohner, das Volk der Taínos, als billige Arbeitskräfte für die schwere Feldarbeit, um Nutzen aus der neu angebauten Pflanze zu ziehen. Als die Ära der Taínos nach nur 100 Jahren Kolonialherrschaft endete, begann die spanische Krone, Westafrikaner als Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern einzusetzen; Überreste der Zuckerrohrfelder finden sich noch immer im Valle de los Ingenios bei Trinidad.

Bei der Vermengung von Zuckerrohrfasern mit Wasser findet eine Gärung statt. Dieses praktische Nebenprodukt der Zuckerernte war eine billige Möglichkeit, die Sklaven für ihre Fronarbeit zu motivieren. Der Ur-Rum entstand aber erst mit dem Einsatz von Kupferbrennblasen zwecks Destillation. Das Verfahren war damals im wahrsten Sinn des Wortes nicht ganz "ausgegoren", der Rum hatte einen recht scharfen und rauen Geschmack. Trotzdem entdeckten die Seefahrer damals, dass mit der Beimischung von Limonen ein passables und haltbares Getränk für die langen Fahrten zwischen der alten und neuen Welt zur Verfügung stand. Der in Holzfässern gelagerte Rum verlor während der Überfahrt deutlich an Schärfe und damit wurde Rum auch sonst populär. Noch bis 1970 gab es auf den Schiffen der Royal Navy für alle Seeleute täglich eine Portion Rum.

Don Bacardi fand 1850 einen Weg, der den Herstellungsprozess reformierte und einen weißen Rum herstellte. Der Grundstein des späteren Bacardi Imperiums war gelegt und der Havana Club auf dem besten Weg ein Welthit zu werden. Begünstigt wurde der Aufstieg des kubanischen Unternehmens unter anderem durch die Krise Anfang des 19. Jahrhunderts, als in Europa die Zuckerproduktion aus Zuckerrüben begann. Während früher der Rum ein Abfallprodukt der Zuckerrohrproduktion war, setzte man nun immer mehr auf Rumdestillation als auf Zuckerproduktion. Der Rum wurde mehr und mehr salonfähig. Selbst die Prohibition in den USA war für die inzwischen zahlreichen kubanischen Rum Produzenten von Vorteil. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu den USA war Kuba in den wilden 20er-Jahren ein beliebtes Ziel der Amerikaner für Party, legalen Alkoholkonsum, Glücksspiel, Prostitution und Drogen.

Tradition und Brauch

Die meisten Kubaner trinken den Rum noch immer pur und ohne Eis. Nach dem Öffnen der Flasche wird der erste Schluck für gewöhnlich dem Santeria Gott Macho Chango geopfert - man verschüttet etwas Rum auf den Boden. Dies gilt auch beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen.

Insider-Tipps

Umso länger der Rum im Fass reift, umso weicher und milder wird der Geschmack, wobei der Alkoholgehalt mit ca. 40 % immer gleich bleibt. Die Farbe des Rums wird mit der Reifezeit immer dunkler und auch der Preis steigt mit der Lagerzeit. So kostet zum Beispiel ein halber Liter "Máximo Extra Añejo Havana Club" über 1.200 USD. Dafür erhält der Käufer eine mundgeblasene Flasche, die vom Chefabfüller handsigniert wurde. Der Inhalt ist eine Mischung der besten Jahrgänge aus der langen Geschichte der Destille. Es versteht sich von selbst, dass man diesen Rum nicht für Mix Getränke verwendet. Für Cocktails wie Mojito oder Cuba Libre bietet sich der junge und helle Rum an.

Auch wenn man selbst keinen Rum trinkt, eine Flasche Santiago Rum gehört zum Souvenir eines jeden Kuba-Reisenden. Und keine Angst, Kubas Rum-Preise sind überall gleich. Egal ob Sie die Flasche im Supermarkt oder an der Tankstelle kaufen. Für die, die sich mehr mit diesem Thema beschäftigen wollen, empfiehlt sich ein Besuch des "Museo del Ron" - dem Rum-Museum in Havanna. Bei einer Führung inklusive Verköstigung lernen Sie alles über das kubanische Lebenselixier. Oder besuchen Sie das "Edificio Bacardi" in Alt Havanna, bis zur Revolution war das der Stammsitz der Barcardi Dynastie. Das Art déco Gebäude zeugt noch heute vom Reichtum der Familie.

Erfahren Sie mehr zu Kubas leckeren Cocktails in unserem Reisemagazin.

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