Chichén Itzá

Chichén Itzá ist die größte, besterhaltene und meistbesuchte archäologische präkolumbische Ruinenanlage Yucatáns und lockt täglich rund 8000 Besucher. 1988 wurde diese einzigartige Maya-Stätte von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Geschichte

Um 400 nach Christus von den Maya-Stämmen aus dem guatemaltekischen Hochland gegründet, war Chichén Itzá zwischen 400 und 1250 ein wirtschaftliches, politisches und religiöses Zentrum von herausragender Bedeutung. Ab ca. 1000 wanderte der toltekische Abzweig der Itzá in die Region ein. Sie setzten sich mit Gewalt gegenüber den Maya durch, zerstörten jedoch nicht deren Architektur oder Religion. Die Tolteken benannten ihre neue Ansiedlungsstätte dann Chichén Itzá: Stadt der Itzá am Rande des Brunnens.

Dadurch, dass die Tolteken die Architektur der Maya bei der Übernahme der Region nicht zerstörten, entstand eine der Besonderheiten Chichén Itzás, das verbindende Nebeneinander von Maya- und Tolteken-Architektur. Die Tolteken nahmen die Maya-Künstler in ihre Dienste, ließen ihnen aber weitreichende Freiheiten, wodurch es in den 200 Jahren nach der Tolteken-Ansiedlung zu einer Maya-toltekischen Renaissance kam.

Chichén Itzá war bereits teilweise von seinen Bewohnern verlassen, als die Spanier 1546 die Region erreichten. Da die Spanier jedoch keinen wirklichen Gebrauch für die Stätte hatten, blieb sie jahrhundertelang im dichten Dschungel verborgen, bis sie 1841 von Catherwood und Stephens wiederentdeckt wurde. 1885 wurde Chichén Itzá dann von Edward Thompson, dem damaligen US-amerikanischen Konsul in Mérida und Hobby-Archäologe, aufgekauft. Glücklicherweise wurde die Stätte von den Spaniern nicht als 'Steinbruch' verwendet (so wie das benachbarte Izamal), wodurch sich noch alles an Ort und Stelle befand. Zwar waren die Gebäude stellenweise zusammengesunken und vom Dschungel überwuchert, doch mit finanzieller Hilfe des US-amerikanischen Carnegie-Instituts hat, unter der Leitung des bekannten Maya-Forschers Sylvanus G. Morley, eine kaum zu übertreffende Restauration stattgefunden. Dennoch ist bis heute nur rund die Hälfte der Gebäude freigelegt.

Die Anlage von Chichén Itzá und die Pirámide de Kukulcán

Das Gebiet Chichén Itzá erstreckt sich über 8 km², wobei man zwischen einem sogenannten 'Viejo' (altem) Chichén Itzá und dem 'Nuevo' (neuem) Chichén Itzá unterscheidet. Diese Unterscheidung kann jedoch irreführend sein, da sich in beiden Teilen ältere und jüngere Ruinen befinden. Unübersehbar von allen Seiten steht im Zentrum Chichén Itzás das 30 Meter hohe Highlight der archäologischen Stätte: die Pirámide de Kukulcán, die Kukulkán-Pyramide, oder auch El Castillo, "die Burg", genannt. Die Maya begannen um 800 nach Christus mit ihrem Bau und vollendet wurde sie zwischen 1100 und 1300 von den Tolteken.

Das architektonische Meisterwerk besteht unverkennbar aus zwei verschiedenen Bauwerken, einem älteren Teil innerhalb der Pyramide und dem äußeren Teil, welcher ein Meisterwerk der Kalenderkenntnis ist. Kaum ein wichtiges Maya-Bauwerk wurde ohne astronomisch-astrologischen Hintergrund gebaut und so ist die Kukulkán-Pyramide eine perfekte Vereinigung von Raum und Zeit! An den vier Seiten der Pyramide führen 45° steile Treppen hinauf zum Tempelhaus. Jede dieser Treppen hat genau 91 Stufen, was eine Gesamtzahl von 364 Stufen ergibt. Das Tempelhaus selbst wiederum steht auch auf einer Stufe, sodass man auf insgesamt 365 Stufen kommt, was genau der Anzahl der Tage eines Sonnenjahres entspricht.

Die Seiten der Pyramide sind mit Dekor-Paneelen geschmückt, genau 52 an der Zahl, was den 52-Jahres-Zyklus der Maya-Zeitrechnung symbolisiert. Außerdem besteht jeweils eine Pyramidenseite aus neun Plattformen, die die neun Ebenen der mayanischen Unterwelt symbolisieren. Diese neun Ebenen werden durch die Treppe zweigeteilt, was 18 ergibt und wiederum den 18 Monaten (je 20 Tage) des Maya-Gemeinjahrs Haab entspricht.
Das untere Ende der Nordtreppe wird von zwei großen Schlangenköpfen bewacht. An den beiden Tagen des Jahres, an denen Tag und Nacht gleich lang sind, also am 21. März und am 22. oder 23. September, zeigen diese Schlangenköpfe ihre eigentliche Bedeutung: Ab ca. 16:30 Uhr wirft die tief stehende Sonne ein großes Schattenband auf die nördlichen Aufgangstreppen, wodurch für ungefähr drei Stunden ein unglaubliches Bild entsteht, es sieht aus, als würde sich die Schlange von oben herab winden und das Tempelhaus verlassen. Dies soll die auf die Erde herabsteigend Kukulkán-Gottheit symbolisieren.

Chichén Itzá hat jedoch auch viel Anderes zu bieten. Beispielsweise den Juego de Pelota (Ballspielplatz), der mit 91 Metern Länge und 36 Metern Breite der besterhaltene und auch größte Mexikos ist. Außerdem gibt es neben den Ruinen eines Nonnenklosters und eines Dampfbades die einiger Tempel zu bestaunen: Templo del Hombre Barbado (Tempel des bärtigen Mannes), Templo de los Tigres (Tempel der Jaguare), Templo de las Mesas (Tempel der Tische), um nur einige zu nennen.

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