Mein Costa Rica - Besuch bei den Ticos!

Das kleinste Land Mittelamerikas, Costa Rica, ist mit etwa 51.000 Quadratkilometern kaum größer als beispielsweise Niedersachsen und doch tummeln sich hier auf kleinstem Raum so viele verschiedene Tiere und Pflanzen, dass es als eines der artenreichsten Länder der Welt zählt! Theoretisch könnte man sich an nur einem Tag von der Karibikküste aus am Atlantik den Sonnenaufgang und abends an der Pazifikküste den Sonnenuntergang ansehen – so klein sind die Distanzen von Ost nach West.
Gleich mehrere Male hat es mich in dieses wunderschöne Land verschlagen, wo ich bei Freiwilligenarbeit im Nationalpark, dem Leben mit einer Ticofamilie und dem Reisen an die schönsten Orte, das Land von verschiedenen Seiten kennenlernen durfte.

Ökotourismus statt Plantagenwirtschaft

Costa Rica gilt als Beispielland was Ökotourismus angeht. Im Gegensatz zu anderen Ländern Mittelamerikas und der Karibik war in Costa Rica schon Mitte der achtziger Jahre schnell klar, dass der Raubbau an der Natur durch die ständig wachsende Plantagenwirtschaft gebremst werden musste. So mussten auch in Costa Rica damals bereits 80 Prozent der Regenwälder für den Ananas- und Bananenanbau weichen. Doch das Land erkannte die Situation und stellte große Flächen der restlichen Wälder unter Naturschutz. Die Natur erholte sich was dem Tourismus zugutekam

Heute ist wieder mehr als die Hälfte des Landes bewaldet und Costa Rica kann ein Drittel der gesamten Fläche als Naturschutzgebiet vorweisen, weitere 10 Prozent gelten als privat geschützte Reservate. Zudem hat Costa Rica das Ziel bis zum Jahr 2050 eine CO₂-neutrale Bilanz ausweisen zu können. So kommt man als Tourist nicht wegen historischer Städte, kolonialer Architektur oder archäologischer Ruinen nach Costa Rica, sondern primär wegen dem Naturerlebnis, der reichen Tierwelt, traumhaften Stränden, Nebelwäldern und aktiven Vulkanen. Wer einen längeren Costa Rica Aufenthalt plant, kann in einigen Nationalparks als Freiwilligenhelfer arbeiten und zum Beispiel zum Schutz der Meeresschildkröten beitragen. Ein besonderes Highlight dabei ist, wenn die bis zu 700 Kilogramm schweren Lederschildkröten zur Eiablage an Land kommen.

Weitere Besonderheit Costa Ricas ist sicherlich auch, dass dieses kleine Land das Militär seit mehr als sechzig Jahren abgeschafft hat und stattdessen lieber in Bildung investiert. Dabei spielen Umweltschutz und Naturkunde schon früh eine große Rolle im Schulunterricht, immer wieder werden Aufräumaktionen veranstaltet und Strände sowie Grünflächen von Plastikmüll befreit. So zählt das Bildungsniveau und somit auch der Lebensstandard Costa Ricas zu den höchsten in ganz Lateinamerika.

So ticken die Costaricaner - Pura Vida!

Die Einwohner Costa Ricas werden Ticos genannt, was daher kommt, dass sie viele Wörter verniedlichen und den Diminutiv nutzen. So wird in Costa Rica aus einem „momento“ ein „momentico“ oder aus „chiquita“ ein „chiquitica“. Auch hört man täglich irgendwo den Ausdruck „Pura Vida“ (übersetzt: Pures Leben), was viele Bedeutungen haben kann, von „Wie geht’s“ bis „Sehr gut“, „Ja“, „Tschüss“ oder „alles klar“. So lange man zufrieden ist, den Moment genießt und das Leben gelassen nimmt, kann alles „Pura Vida“ sein. Neben Spanisch wird an Costa Ricas Karibikküste auch ein kreolisches Englisch gesprochen, was auf die vielen jamaikanisch abstammenden Einwohner zurückzuführen ist, die einst für die Plantagenwirtschaft nach Costa Rica geholt wurden. Zudem gibt es immer noch indigene Völker, die ihre Sprachen pflegen, wie etwa Bribri oder Maleku. Wer sich mit den Ticos unterhält wird schnell feststellen, dass hier das „r“ sehr weich ausgesprochen wird und sich eher wie ein englisches „r“ anhört. Zudem sind die Ticos sehr höfliche, freundliche, offene und stets gastfreundschaftliche Menschen. Davon dass sie sehr gute Köche sind, kann man sich in den vielen preiswerten kleinen Restaurants, welche sich „Sodas“ nennen und meist familienbetrieben sind, überzeugen.

Grundlage ist bei allen Gerichten Reis mit Bohnen, die jedoch verschieden zubereitet sein können. Schon zum Frühstück werden hier traditionell Reis und Bohnen, Koriander, Paprika und Zwiebeln angebraten und vermengt, was dann als „Gallo Pinto“ bezeichnet wird und mit einem Spiegelei, Weißbrot, Käse und einer Tasse gutem costa-ricanischen Kaffee auf den Tisch kommt. Das Hauptgericht, das es zum Mittag- oder Abendessen gibt, nennt sich dann „Casado“ und besteht meist aus Hühnchen oder Fisch, Salat, Kochbananen und – natürlich wiedermal Reis und Bohnen. An der Karibikküste werden die Gerichte auf die kreolische Art zubereitet, was bedeutet, dass hier auch Kokosmilch und Curry in der Küche verwendet werden. Zum Nachwürzen findet man in ganz Costa Rica auf jedem Tisch die „Salsa Lizano“, eine vegetarische Sauce, die etwa mit einer Worcestersoße vergleichbar und sehr populär ist. Als Snack werden im ganzen Land gerne grüne Mangostücke mit Salz oder zweifach frittierte Kochbananen (Patacones) mit Bohnendip gegessen. Ansonsten lieben die Ticos frische Fruchtsäfte, was bei der Menge an exotischen Früchten, die es auf jedem Markt zu Spottpreisen gibt, nicht verwunderlich ist. Die „Batidos“ oder „Frescos“, wie sie genannt werden, können mit Wasser oder Milch gemixt werden, wobei ein Batido aus der Guanabana Frucht besonders zu empfehlen ist! Am Strand werden oft grüne Kokosnüsse, die „Pipas“ angeboten. Vom Bauern mit der Machete geöffnet, Strohhalm rein und schon hat man einen sehr natürlichen, gesunden und erfrischenden Drink für wenig Geld – Prost!

Mein Geheimtipp - Cahuita

Einige Orte in Costa Rica sind mittlerweile sehr europäisch und US-amerikanisch beeinflusst. So findet man von Yoga-Retreats und Surfcamps bis Fastfood Ketten und Shopping Malls so manches, was man eigentlich in Costa Rica nicht erwarten würde. Es gibt jedoch auch kleine Orte, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint und die bis heute ihren ganz persönlichen Charme behalten haben. So etwa das Dorf Cahuita mit dem gleichnamigen Nationalpark an der Karibikküste!

Das Schutzgebiet, das sich hier befindet, ist das zweitälteste des Landes und erstreckt sich entlang der karibischen Küste. So wird man bei einem Besuch des Nationalparks immer von einer frischen Meeresbriese begleitet und kann jederzeit ins Meer springen. Kapuzineräffchen, Brüllaffen und Faultiere tummeln sich in den Bäumen, während Echsen, Blattschneiderameisen und große Schmetterlinge wie der blaue Morphofalter den Weg kreuzen. Kokospalmen ragen vom Strand auf das türkise karibische Meer hinaus und bieten das perfekte Motiv für ein Postkartenfoto.

Das Dorf Cahuita liegt direkt am Eingang des Nationalparks und hier geht alles sehr gemächlich zu. Kreolisches Essen, bunte Häuser, Rastafaris, Reggae und Calypso-Klänge gehören zum Alltag. Neben Spanisch wird hier auch ein kreolisches Englisch gesprochen, was auch in der Calypso-Musik immer wieder auftaucht – eben typisch Karibisch. Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch im nur 15 Minuten entfernten „Tsiru Ué Cocoa House“, denn hier wird auf traditionelle Weise der Indios vom Stamm der Bribri die Herstellung und Verwendung des Kakaos erklärt. Selbst hergestellte Schokolade mit diversen Geschmacksrichtungen sowie Pflegeprodukte aus Kakaobutter werden hier angeboten.

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Eine Kubareise bedeutet so viel mehr als Havanna, Cuba Libre, Fidel Castro oder Varadero. Salsa, puderfeine Sandstrände mit kristallklarem Wasser, ursprüngliche Natur und aufgeschlossene freundliche Menschen.

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