5 Mythen um die größte Karibikinsel

Havanna
Oldtimer vor der Floridita Bar

Jeder hat schon einmal von Kuba gehört: der Insel in der Karibik, auf der die Sonne immer scheint, nur alte Autos fahren und den ganzen Tag zu Salsa-Musik getanzt wird. Man bekommt Rum und kubanische Zigarren an jeder Ecke und kann wählen zwischen dem wilden Havanna oder einem der zahlreichen weißen Sandstrände. Doch ist Kuba eigentlich wirklich so? Wir decken die größten Kuba-Klischees auf.

Mythos Nr 1: Auf Kuba fahren nur Oldtimer.

Knallbunte Oldtimer vor prächtigen Bauten aus der Kolonialzeit – das ist das Bild, welches viele von Kuba haben. Und natürlich gibt es sie, die bunt lackierten alten amerikanischen Wagen, einige, wie es sie so auf der ganzen Welt nicht mehr gibt. Sie verleihen insbesondere der Hauptstadt Havanna ein einzigartiges Flair. Viele Einheimische haben die Beliebtheit dieser Kultwagen genutzt und bieten heute Spazierfahrten durch die Straßen Kubas an. Dennoch fährt bei weitem nicht jeder Kubaner einen Oldtimer. Auf den Straßen tummeln sich außerdem Fahrräder, Ochsenkarren und ja, auch Neuwagen. Gerade für längere Strecken sind nämlich die Oldtimer nicht unbedingt ausgelegt. Und auch wer einen Mietwagen auf Kuba bucht, wird einen neueren Wagen zur Verfügung gestellt bekommen. Denn auch Kuba entwickelt sich weiter, trotz der langjährigen Importbeschränkungen. Nichtsdestotrotz lieben die Kubaner ihre Oldtimer. Und ihre Kreativität, um die alten Wagen fahrtauglich zu halten, ist grenzenlos.

Mythos Nr 2: Cuba Libre kommt aus Kuba.

Dass auf Kuba Rum hergestellt wird, dürfte allgemein bekannt sein. Und der weltberühmte Cocktail Cuba Libre – gemixt aus Rum, Cola und Limetten – muss doch dann eigentlich schon dem Namen nach aus Kuba stammen, oder nicht? Das ist jedoch gar nicht so leicht herauszufinden. Zwar gibt es Legenden, wie die des US-Soldaten Captain Russel. Dieser soll angeblich um 1900 zum Ende des kubanischen Unabhängigkeitskrieges mit einer Cola gemischt mit etwas Rum und Limetten angestoßen und dabei gerufen haben: „Por Cuba Libre“ („Auf ein freies Kuba“) – und schon war der kubanische Cocktail geboren. Eine schöne Geschichte, aber ist sie wirklich wahr? Wahrscheinlicher ist, dass sich der Longdrink Rum mit Cola Anfang des 20. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA entwickelte, als karibischer Rum günstig und Cola im Aufschwung war. Erst später soll er in Jamaica mit Limette verfeinert worden sein, und letztendlich erhielt er durch die Geschichte über die amerikanischen Soldaten im Unabhängigkeitskampf seinen poetischen Namen Cuba Libre. Ob das nun aber wirklich die einzig wahre Entstehungsgeschichte des Kultcocktails ist? Wo der Cuba Libre seinen eigentlichen Ursprung hat, wird wohl weiterhin ein Mythos bleiben – schmecken tut er trotzdem.

Mythos Nr 3: Auf Kuba gibt es außer Havanna eigentlich nur Strand.

Kuba liegt mitten in der Karibik und ist deshalb nicht zuletzt wegen seiner schönen Strände bekannt. Besonders Varadero, der längste Strand der Insel, ist bei Urlaubern sehr beliebt. Und wenn man nicht zum Baden nach Varadero fährt, dann besucht man stattdessen vielleicht die quirlige Hauptstadt Havanna und trinkt dort den ein oder anderen Mojito. Wer aber glaubt, dass das schon alles ist, was Kuba zu bieten hat, der hat sich getäuscht. Im Westen der Insel zum Beispiel liegt ein faszinierendes Karstgebirge zwischen fruchtbaren grünen Tälern, welche sich um das Örtchen Viñales erstrecken. Zahlreiche Tabakbauer sind hier angesiedelt, die interessierten Reisenden gerne mehr über ihre Traditionen und den Tabak auf Kuba erzählen. Besonders schön ist es, diese grüne Gegend mit dem Rad zu erkunden. Oder man reist in den Süden Kubas zu den bezaubernden Kolonialstädtchen wie Trinidad und Cienfuegos, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Direkt nebenan findet sich einer der schönsten Nationalparks des Landes, Topes de Collantes. Wem die Wanderungen zu den erfrischenden Wasserfällen hier zu leicht sind, der kann bis in Kubas Osten in die Sierra Maestra Reisen und dort zwischen grünen Bergen auf den Spuren Che Guevaras wandeln. Oder man verbringt die Nächte mit Livemusik und Salsatanz in der Kulturhauptstadt Santiago de Cuba. Überrascht? Kuba ist eben doch mehr als nur ein Strandparadies.

Mythos Nr 4: Auf Kuba macht man All-Inclusive-Urlaub.

Zusammen mit dem weit verbreiteten Glauben, dass Kuba sich nur für Strandurlaub eignet, geht die Vorstellung einher, dass alle Urlaube auf Kuba in einem der zahlreichen All-Inclusive-Hotels verbracht werden. Aber stimmt das überhaupt? Natürlich gibt es gerade an den Stränden viele große Hotels, die überwiegend All-Inclusive-Aufenthalte anbieten. Dennoch kann man Kuba auch auf eine andere Art und Weise entdecken. Wer Kuba wirklich kennenlernen möchte, sollte sich statt für einen reinen Badeaufenthalt lieber für eine Rundreise quer über die Insel entscheiden – und dabei in den kleinen Casas Particulares übernachten. Casas Particulares sind Privatunterkünfte, die von Kubanern an Reisende vermietet werden. Vergleichbar mit einer deutschen Pension bieten die Casas einen unvergleichlichen Einblick in das Leben der Einheimischen und lassen einen „ganz nah heran“ an das echte Kuba. Authentisch, herzlich und mit Sicherheit eine einmalige Erfahrung!

Mythos Nr 5: Durch die Adern der Kubaner fließt Musik.

Natürlich ist das nicht wörtlich gemeint – aber haben wir nicht alle diese romantische Vorstellung von Kuba, in der tropische Salsaklänge aus dem nächsten Fenster schallen und lachende Menschen auf der Straße dazu tanzen? Musik, und vor allem Salsa, ist tatsächlich allgegenwärtig auf Kuba. Fast an jeder Ecke sitzt ein Einheimischer mit der Gitarre und nicht wenige Restaurants oder Plätze verwandeln sich besonders abends in kleine Bühnen, an denen Musiker und Tänzer zusammentreffen. Gerade dann spürt man ganz deutlich die Lebensfreude Kubas und den Rhythmus der Insel. Musik gehört auf Kuba einfach dazu.

Erlebe Kuba

Eine Kubareise bedeutet so viel mehr als Havanna, Cuba Libre, Fidel Castro oder Varadero. Salsa, puderfeine Sandstrände mit kristallklarem Wasser, ursprüngliche Natur und aufgeschlossene freundliche Menschen.

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